Montag, 29. Oktober 2018

Wie war das mit dem Handlettering?

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Halli-Hallo!
Ich habe nach meinem Handlettering-Beitrag zum letzten Teamtreffen soviele nette Rückmeldungen bekommen und war so überrascht von der Begeisterung, mit der einige auch Tage danach noch zu Werke gegangen sind, dass ich mich entschieden habe, doch noch ein bisschen dazu für euch aufzuschreiben.


Ich dachte, ich fasse einfach ein paar Punkte nochmal kurz zusammen - der Weisheit letzter Schluss ist es sicherlich nicht :)

1. Meine Handschrift ist doof.
Nein, das ist jetzt kein "fishing for compliments". Ich hatte in der Grundschule immer eine schlechte Handschrift, habe nicht ein einziges Mal ein "gut" dafür bekommen und meine Mom hat mir seitenweise Passagen aus den Heften herausgerissen, damit ich sie nochmal abschreibe - ordentlicher.
Meine Rettung war meine Mitschülerin Carmen, die mir in der 5. Klasse erklärte, dass man einzelne Buchstaben malen muss und sich zunächst die Exemplare vorknöpfen muss, die besonders unansehnlich sind. (War bei mir das kleine a, übrigens.). Dann sucht man sich ein hübscheres Exemplar in einer fremden Handschrift und malt es solange ab, bis es einigermaßen passt und versucht dann, sich darauf umzustellen. Dauert etwas, geht aber. Dann sucht man sich den nächsten Buchstaben. Auf diese Weise kann man seine Handschrift tatsächlich deutlich umstellen. Ich habe Carmen seit 20 Jahren nicht gesehen, aber denke bei ganz vielen kleinen As dankbar an sie zurück! (Habe das a mittlerweile schon drei oder viermal umgestellt...)
Probiert das doch mal aus - das geht tatsächlich.

2. Schriftarten beim Handlettering
Beim Handlettern geht es tatsächlich gar nicht umbedingt um Kalligraphie - auch wenn die miteinfließen kann. Man kombiniert eher verschiedene Schrifttypen und -größen mit Symbolen, Schnörkeln, Bannern und Pfeilen zu einem Gesamtbild, das meist einen Spruch oder Sprichwort kunstvoll in Szene setzt.
Der Clou ist es tatsächlich, möglichst unterschiedliche Schriftarten zu kombinieren. Dazu kann man sich zunächst Beispiele sammeln, kopieren, abschreiben oder auf Pinterest und Co sammeln. 
Auf dem Beispiel oben könnt ihr sehen, was ich meine.
Wer sich schwer tut, kauft sich ein Leuchtbrett und pauscht erst einmal durch... :)



3. Die Schreibschrift
Die Schreibschrift ist sicher das schwierigste am Anfang. Sie soll aussehen wie Kalligraphie, ist es aber in der Regel nicht. Bei echter Kalligraphie kommt die Eleganz der breiten und zarten Linien durch eine Feder oder einen Pinsel oder spezielle Kalligraphie-Stifte zustande.
Eigentlich ist es einfach: bei den Aufwärtsschwüngen zieht man feine, sanfte Linien quasi ganz ohne Druck auszuüben; bei den Abwärtsbewegungen drückt man fester auf, so das eine breite Linie entsteht. (Man spricht hier tatsäch von Aufstrich und Abstrich - da habe ich ganz andere  Assoziationen.... belassen wir es also lieber bei "Abwärtslinien".)
Damit das gelingt, ist es wichtig, gaaaanz langsam zu schreiben. Der Rest ist Übungssache.

Ich persönlich finde das einfacher, wenn ich etwas größer schreibe. Bei kleineren Schriften finde ich es mit der sogenannten "Faux Calligraphy", also der falschen Kalligraphie, einfacher und die benutzen sicher die meisten, zumindest anfangs.

Faux Calligraphy
Dazu schreibt man eigentlich ganz  normale Schreibschrift, setzt ggf. die Buchstaben etwas breiter als sonst, und zieht die Abwärtslinien dick nach, so dass es eben nur so aussieht, als wäre Kalligraphie zum Einsatz gekommen.

Auffällig ist bei den modernen Handschriften das kleine r, das anders aussieht als bei klassischen Copperplate, d.h. also als das, was man in der Regel in der eigenen Schreibweise benutzt. Außerdem sind nicht mehr alle Buchstaben gleich groß und auf einer Linie, man hat viel mehr Freiheiten. Am Anfang würde ich aber erstmal schön mit Bleistift-Linien arbeiten und immer brav auf der Linie schreiben. Eventuell kann man zunächst mit Vorlagen arbeiten und zumindest einzelne Buchstaben, wie eben das kleine r und auch einige Großbuchstaben, in die eigene Handschrift zu integrieren.

Für's Handlettern ist die Vielfalt der Schriftarten jedenfalls das Wichtigste.


4. Das Arrangement
So - jetzt müsst ihr nur noch überlegen, wie ihr das ganze arrangieren wollt. Die zentralen Begriffe können größer, in Schreibschrift oder mithilfe von Bannern in Szene gesetzt werden. Der Rest kommt dann in Druckschrift, Konturen und so weiter dazu. Dekoriert wird mit Pfeilen, Schnörkeln, Ranken etc.
Dazu findet ihr bei Pinterest und Google hunderte von Vorlagen, bei denen ihr euch inspirieren lassen könnt.

Falls ihr noch mehr Inspiration sucht, schaut doch  bei bei youtube. Ich liebe ja die Handschrift von Kristina Werner - was die mit Adressen auf Briefumschlägen macht, gehört ja schon fast in ein Museum.

Handlettern ist wirklich kein Kunststück - und gerade, wer mit seiner Handschrift nicht glücklich ist, sollte es dringend damit versuchen. Ihr werden erstaunt sein, was eine anderer Schrifttyp für einen Unterschied machen kann. Vielleicht ist eure Schreibschrift entsetzlich, aber ein paar Buchstaben in Druckschrift ändern alles?

Also: Sucht euch einen schönen Spruch und legt einfach mal los!


Kommentare:

  1. Hallo Tina!
    Du sprichst mir mit vielen Sätzen aus dem Herzen! Meine Handschrift...? Oh Gott - grausam! In der Grundschule immer nur ne 3 in Schrift und Form! Bin eine "Linkspfote" und schiebe es immer darauf, dass die Schrift nicht toll ist, aber das stimmt nicht. Es gibt auch Linkshänder mit schönen Handschriften! Natürlich muss man als Linkshänder die Hand etwas verdrehen und das Papier schräg legen. Ich schreibe "von unten" (Jungs oft von oben), damit ich die Schrift mit der Hand nicht verwische (war in der Schule immer mit der Tinte das Problem). Ich weiß gar nicht, welchen Buchstaben ich zuerst "austauschen" müsste. Aber trotzdem alles toll beschrieben und man bekommt Lust, es auszuprobieren. Vielleicht gleich heute? Es regnet ja eh... :-)
    Danke für die Ausführungen und liebe Grüße
    Anke

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    1. Hihi, das freut mich, dann letter doch mal los! Bin mir sicher, dass es dir Spaß machen wird! Ganz liebe Grüße!

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